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Text: Denise Sommer, Dipl. Sportwissenschaftlerin (Univ.)

Faszientraining ist in aller Munde und fast jeder kennt sie oder hat schon von ihr gehört – die Faszienrolle! Die Blackroll, Pilates-Rolle, Faszien-, oder einfach Fitnessrolle – gilt derzeit als unerlässliches Tool im Sportstudio aber auch in Fitnes- und Gesundheitskursen. Mit gezielten Übungen lassen sich oftmals Verspannungen in den Muskeln “einfach wegrollen“.
Außerdem bereitet die Selbstmassage mit der Rolle die Muskeln und das Bindegewebe effektiv auf ein bevorstehendes Training vor, indem der behandelte Bereich elastischer und besser durchblutet wird. Somit können Sportverletzungen präventiv vorgebeugt werden.

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Das Besondere nun an der TOGU Actiroll® Wave und Actiroll® Rumble ist, dass wie fast alle Produkte aus dem Hause TOGU, es sich hier um eine luftgefüllte Faszienrolle handelt.
Mittels einer einfach bedienbaren Pumpe (im Lieferumfang enthalten) lässt sich der Härtegrad über die zugegebene Luftmenge individuell einstellen. Somit können auch zunächst empfindliche Bereiche behandelt und gelöst werden. Außerdem gibt es sie in zwei verschiedenen Ausführungen, die einen besonders tiefgehenden Massageeffekt versprechen.
Die Actiroll Wave mit Wellenoberfläche und die Actiroll Rumble mit Noppenoberfläche.

Wirkungsweise:
Das Bindegewebe umhüllt jeden Muskel und einzelne Muskelfasern und sorgt für die Beweglichkeit der einzelnen Muskelgruppen. Im Normalfall ist die Faszienhülle sehr elastisch. Bewegungsmangel, einseitige Belastungen oder Fehlhaltung im Alltag oder im Sport beeinträchtigen jedoch das an sich sehr anpassungsfähige Gewebe. Es entstehen Verklebungen und Verfilzungen in den Strukturen. Schmerzen, Verhärtungen und Verspannungen sind die Folge.
Beim Training mit der Actiroll werden die Faszien direkt angesprochen. Durch die rollenden Bewegungen wird das Bindegewebe und die darunter liegenden Muskelstränge massiert, durchgewalkt und ausgepresst – ein erhöhter Stoffwechselaustausch und eine verbesserte Durchblutung sind die Folgen. Bei regelmäßiger Anwendung wird das Gewebe wieder weich und elastisch, Verspannungen merklich gemindert und die Beweglichkeit sowie die Leistungsfähigkeit verbessert.

Anwendung im Liegen:
Eine Selbstmassage ist einfach und auch für Anfänger ohne Vorkenntnisse möglich. Man benötigt dazu lediglich eine rutschfeste Unterlage (zum Beispiel Gymnastikmatte). Eine bequeme, enganliegende Bekleidung ist von Vorteil. Behandeln lassen sich fast alle Körperteile. Sehr effektiv ist das Rollen zum Beispiel:
–    an den Waden
–    an der vorderen und hinteren Oberschenkelmuskulatur
–    an den Oberschenkel-Außenseiten zwischen Hüften und Knie
–    am Gesäß
–    am oberen und unteren Rücken

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Je nach Körperbereich positioniert man sich zur Selbstmassage seitlich oder in Rücklage am Boden. Die Rolle wird quer zwischen Boden und der zu massierenden Extremität geschoben. Abstützend mit den Händen, Unterarmen oder Beinen rollt man schneller (vorbereitend auf eine sportliche Belastung) oder langsamer (nach einer sportlichen Belastung) über die Rolle. Je nach Empfinden kann man auch eine Weile auf verschiedenen Stellen verharren und mittels dem Körpergewicht den Druck verstärken. Pro Bereich sollten mindestens acht bis zehn Rollbewegungen durchgeführt werden. Anfangs sind meist die Bewegungen über die Rolle mit einem “Wohl-Schmerz“ verbunden.

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Anwendung im Stehen:
Gerade für ältere Anwender, aber auch für Anfänger empfiehlt sich das Massieren im Stehen an einer Wand. Hierbei lässt sich meist der Druck auf schmerzende Stellen leichter und besser dosieren. Wer öfters mit der Actiroll trainiert, wird bereits nach wenigen Malen merken, dass zunächst schmerzhafte Bereiche sich spürbar lösen und allmählich verschwinden.
Schon bereits direkt nach den Übungen fühlt sich die behandelte Muskulatur deutlich entspannter an. Am Folgetag kann sich ein muskelkaterähnlicher Schmerz einstellen. Empfohlen wird die Faszienmassage mit der Rolle etwa 2-3 Mal pro Woche.

Wo und wann sollte eine Faszienrolle nicht angewendet werden:
Zuviel Rollen gibt es nicht! Jedoch sollten bestimmte Bereich (Bauch- und Nierengegend) ausgelassen werden. Das Rollen über Gelenke (Knie und Ellenbogen) sowie direkt an der Halswirbelsäule ist mit der luftgefüllten Actiroll möglich. Mit nicht luftgefüllten Rollen sollte dies nur ohne Druck ausgeführt oder ganz ausgespart werden.

Außerdem, ist bei bestimmten Vorerkrankungen Vorsicht geboten:
Dazu gehören zum Beispiel Venenleiden und Krampfadern, Osteoporose oder die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Natürlich sollte man auch nach Operationen und während der Schwangerschaft vor der Benutzung einen Arzt oder Therapeuten um Rat fragen.